In den Jahren vor 1938 gab es in Kapfenberg eine Anzahl von Sportvereinen, wobei sich die Mitgliedschaft zu diesen meist nach der politischen Gesinnung richtete. Von 1938 bis 1945 wurde Sport nur im Rahmen der NSRL betrieben und z.B. den Fußballvereinen eine gewisse Eigenständigkeit zugestanden. Das Schicksal all dieser Vereine (von der Förderung bis zum Spielverbot) hing jeweils davon ab, wer in Österreich gerade politisch die Macht ausübte.

 

   

   1.Kapfenberger Ring-u.Stemmklub 1925        Arbeiterturnverein Kapfenberg 1923                 Amateursportklub Kapfenberg 1924   

 

Als nach dem Kriegsende 1945 wieder an eine sportliche Betätigung gedacht werden konnte, hat es auch in Kapfenberg wieder Ansätze gegeben, mehrere Vereine zu gründen.

 

Die am 21. März 1947 gegründete Kapfenberger Sportvereinigung ging aus einer langen Diskussion zwischen Repräsentanten der Stadtgemeinde Kapfenberg und der Firma Böhler um die Neuordnung des Sportes in Kapfenberg hervor, welche alle Sportarten, nach Sektionen gegliedert, und alle SportlerInnen, gleichgültig welcher politischen Gesinnung, zusammenfaßte. Große Verdienste um die Gründung und den Aufbau der KSV erwarb sich dabei der damalige Baudirektor der Firma Böhler, späterer langjähriger Präsident des ÖFB sowie unermüdliche Förderer und Organisator des Sportes, Ing. Hans Walch.

 

                                                                                                           

                                      Ing. Hans Walch                                                                  Ursprung des KSV-Wappens

 

Die Kapfenberger Sportvereinigung, die einstmals mit 4 Sektionen – Fußball, Handball, Schi, Tischtennis – begann, hat sich in den folgenden Jahren zu einer Organisation entwickelt, deren heutige Dimension sich damals wohl kaum einer ausmalen konnte.

 

                                  Sportplatz in der Schinitz 1942

 

Die Schinitz war die einzige Sportanlage (eröffnet 1922), bestehend aus einem Fußballfeld und zwei Holzhütten;  gewaschen haben sich die Sportler zu jeder Jahreszeit in der vorbeifließenden Mürz. Die Stadtgemeinde Kapfenberg gestattete in der  Hauptschule Schinitz die Mitbenützung des Turnsaales, jedoch nur die 1. Mannschaft der Sektion Fußball hatte das Privileg, sich mit der Gästemannschaft im städtischen Bad und vorerwähnten Turnsaal zu waschen bzw. umzuziehen.

1924 wurde mit dem Bau eines Schwimmbades in der Schinitz begonnen und dieses am 1.6.1926 feierlich eröffnet.

 

         

                Schwimmbad in der Schinitz                                       Schwimmbaderöffnung in der Schinitz 1926

 

Im Jahr 1947 wurde auf Initiative der Kapfenberger Stadtväter  die Errichtung des Alpenstadions mit sehr viel Eigenleistung der Sportler  (Mindestleistung eines jeden Sportlers waren 40 Arbeitsstunden) begonnen .

 

                             

                             1936 - im Vordergrund der KTV-Platz                                             Alpenstadion Mai 1963

 

Als am 10. September 1950 alle SportlerInnen von Kapfenberg in ihren Dressen von der Schinitz in das dichtgefüllte „Alpenstadion“ marschierten, war eine entscheidende Stufe der Sportstadt Kapfenberg geschafft.

 

                                               

 

In den Jahren 1986/87 erfolgte die zweite Ausbaustufe des Alpenstadions und wurde das „neue“ Kapfenberger Alpenstation am 5. Juni 1987 im Rahmen des ASKÖ-Bundesfestes seiner Bestimmung übergeben.

 

          

                                                                                      ASKÖ-Bundesfest Juni 1987                                                         

 

Das Alpenstadion –  am 18.9.2001 anläßlich des 80. Geburtstages von Altbürgermeister Franz Fekete umbenannt in „Franz Fekete Stadion“ -  zählt derzeit sicherlich zu den modernsten österreichischen Sportanlagen .

                                                                                 

              

        LR.Ing.Manfred Wegscheider /Ilse Lackner /Altbgm. Franz Fekete / Dr.Peter Schachner-Blazizek                

 

Zahlreiche „sportliche Bauaktivitäten“ gab es auch in den Jahren 1949 - 1961

-          Ausbau der Schihütte am Seeberg und der Bau zweier Schilifte am Emberg (1949/50)

-          Errichtung eines Vereinsheimes der Sektion Eisschießen

-          Ausbau von zwei Eisbahnen und einer Kegelbahn

-          Bau von Segelflugzeugen (1 Segelgleiter, 1 Einsitzer, 1 Doppelsitzer) Der Segelgleiter wurde auf den Namen „Stadt Kapfenberg“ getauft und stieg im März 1952 erstmals in die Lüfte.

-          Anschaffung einer Motorwinde und eines Anhängers für den Transport von Segelflugzeugen

-          Ausbau des Sportplatzes Schirmitzbühel (1952)

-          Errichtung von 4 Tennisplätzen mit Beleuchtungsanlage

-          Errichtung des Eislaufplatzes in der Au (1954)

-          Ausbau eines Trainingsplatzes im Stadiongelände

-          Bau des Sportplatzes im Mürzbogen (1958)

-          Errichtung einer Sport- und Spielwiese in der Hochschwabsiedlung (1960)

-          Beginn der Bauarbeiten für den Sportplatz Diemlach (1961)

 

                         Sportplatz Diemlach 1967

 

Der Sport, immer schon von der Stadtgemeinde energisch gefördert, erhielt einen weiteren Auftrieb durch die Eröffnung des Kapfenberger Flugplatzes am 30.6.1963. Dieser umfasste damals 2 Hangars, ein Betriebgebäude mit Büro, Schulungszimmer, Werkstätte, Restaurant, Fremdenzimmer, Ölmagazin und eine Tankanlage und gehörte der ASKÖ Steiermark, ging aber Anfang der 90iger Jahre in das Eigentum der Kapfenberger Sportvereinigung über.  1970 folgte der Bau eines Flugsicherungsturmes,  welcher heute jedoch nicht mehr in Betrieb ist.

 

                                                                Flugplatzeröffnung 1963

 

Am 22.6.1963 beschloß der Kapfenberger Gemeinderat die Schaffung eines Sportehrenzeichens für besonders verdiente Sportler und Sportförderer sowie Personen, die im Wettkampf durch hervorragende Leistungen das Ansehen der Stadt Kapfenberg erhöhen. Dementsprechend fand am 19.12.1963 die Überreichung der ersten Sportehrenzeichen statt. Bürgermeister Franz Fekete ehrte den Präsidenten des Österr. Fussballverbandes, Vorstandsdirektor der Böhlerwerke AG, Ing. Hans Walch, NRAbg. Ing. Heinrich Scheibengraf sowie alle ehemaligen Teilnehmer an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, die aus Kapfenberg stammten:

 

Leichtathletin Grete Bosnyak (London 1948)

Schiläufer Josef Deutschmann (St. Moritz 1948)

Leichtathlet Walter Kahr

Fußballer Ernst Kolar (Helsinki 1952)

Handballer Otto Kroisenbrunner (WM 1958) und Othmar Landzettel (WM 1952)

Schwimmerin Sigrid Müller (Rom 1960)

Fechter Walter Postl

Handballer Siegfried Russmann

Fußballer Klement Steinmetz (Berlin 1936)

sowie posthum den durch einen Unfall ums Leben gekommenen Fußballer Otto Gollnhuber (Helsinki 1952)

 

                     

 

Das 20jährige Jubiläum der Kapfenberger Sportvereinigung fand mit der Durchführung einer Sportwoche seine besondere Würdigung und wurde dazu benützt, sportliche Demonstration auf neuen Wegen zu üben, um noch mehr Menschen für den Sport zu begeistern.  Bei diesem Jubiläum umfasste die KSV folgende Sektionen: Fußball, Handball, Leichtathletik, Turnen, Faustball, Tennis, Tischtennis, Schwimmen, Schi, Eislauf, Eishockey, Eisschießen, Fechten, Schach, Boxen, Schützen, Segelflug, Motorflug, Judo, Basketball, Gewichtheben sowie als angeschlossene Vereine Amateursportclub, Kapfenberger Turnverein, Bezirskverband der Eisschützenvereine, Rodelverein, Sportverein Austria und Billardclub. Verglichen mit 1947, als nur 4 Sektionen bestanden, hatte sich das Sportangebot der KSV gewaltig erweitert und ist diese auf einen Mitgliederstand von rd. 3000 angewachsen.

 

Die wichtigste Aufgabe der KSV war und ist, der Kapfenberger Bevölkerung ein vielfältiges Angebot für sportliche Betätigung zu bieten und darauf zu achten, daß Breiten- , Leistungs- und Spitzensport ausgeübt werden kann.

 

Die Kapfenberger Sportvereinigung ist die größte Amateursportvereinigung Österreichs mit rd. 5500 Mitgliedern in 24 Zweigvereinen und 14 angeschlossenen Vereinen. Das sportliche Angebot der KSV erstreckt sich in den Vereinen dzt. auf nachstehend angeführte Sportarten:

 

Aerobic * Badminton * Basketball * Behindertensport * Billard * Eis- und Stockschießen * Eishockey * Fechten * Fußball * Gymnasik * Hängegleiten * Inline Hockey * Jiu-Jitsu * Judo * Karate * Leichtathletik * Modellflug * Motorflug * Nordic Walking * Rodeln * Schach * Schi (alpin & nordisch) * Schießen * Schwimmen * Segelflug * Tai Bo * Tanzen * Tennis * Tischtennis * Triathlon * Turnen * Volleyball

 

Die Kapfenberger Sportvereinigung ermöglicht der Bevölkerung nicht nur in den o.a. Sparten aktiv zu werden und forciert nicht nur den Vereinssport, sondern auch die Entwicklung der Hobby- und Trendsportarten, wie z.B. Streetball, Streetsoccer und Snowboarding und vor allem die Jugend- und Nachwuchsarbeit.

 

Das Jahr 1997 - ein halbes Jahrhundert nach der Gründung der KSV - stand ganz im Zeichen von Neuerungen:

Es wurde das NACHWUCHSMODELL Kapfenberg ins Leben gerufen, welches sich zu einem österreichweiten Vorzeigeprojekt entwickelt hat und dessen Aufgabe nicht nur sportliche Weiterentwicklung ist, sondern auch erzieherische Grundlagen und sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Kinder und Jugendliche anbietet.

Gleichzeitig wurde auch die Umstrukturierung der KSV in einen Hauptverein (Holding-Funktion) und selbständige, eigenverantwortliche Zweigvereine vorgenommen.

Als Grundlage für die Ausschüttung der zur Verfügung stehenden Förderungsmittel durch den Hauptverein der KSV wurden gemeinsam mit der Stadtgemeinde Kapfenberg und der Kapfenberger Sportvereinigung detaillierte Sportförderungsrichtlinien erarbeitet, welche einerseits größtmögliche Transparenz und Korrektheit in der Zuteilung gewährleisten und andererseits auch die Kreativität sowie Eigeninitiative der Funktionäre in den Vereinen fördern.

 

Im Rahmen des Nachwuchsmodells lag im Jahr 1999 der Schwerpunkt der Bemühungen in der Entwicklung eines geeigneten Schulmodells, das künftig Grundlage dafür sein sollte, auch langfristig die Entwicklung des Sportes in Kapfenberg abzusichern.

 

Erster Schritt war die Einführung einer Klasse mit sportlichem Schwerpunkt in der Unterstufe am BRG Kapfenberg um talentierten Kapfenberger Kindern eine umfassende Betreuung bieten zu können.

 

2001 wurde dann das „polysportive Projekt“ gestartet. Mit allen Kindern der 8 Volksschulen in Kapfenberg arbeitet eine ausgebildete Fitnesstrainerin gemeinsam mit den KlassenlehrerInnen in den Turnstunden das ganze Schuljahr an einer fundierten allgemeinen sportlichen Ausbildung. Zusätzlich werden weitere Einheiten im direkten Anschluss an den Regelunterricht angeboten - und es stellen sich im Jahresverlauf die verschiedenen Sparten des Nachwuchsmodells vor, um den  Kindern einen ersten Eindruck zu vermitteln.

 

Als vorläufiger Höhepunkt wurde nun im Sommer 2003 die TEAMSPORTAKADEMIE unter Schirmherrschaft der KSV am BRG Kapfenberg ins Leben gerufen. Der Leistungssportschwerpunkt in der Oberstufe wird als naturwissenschaftlicher Zweig mit zweiter lebender Fremdsprache ab der 9. Schulstufe geführt. Die Teamsportakademie umfasst tägliche Trainingseinheiten am Vormittag, wahlweise Voll- oder Halbinternat sowie Fördereinheiten für Lernschwache. Am Nachmittag findet das übliche Vereinstraining im Rahmen der jeweiligen Sparte statt.

 

Die Teamsportakademie Kapfenberg ist auf die Mannschaftssportarten Fußball, Basketball und Eishockey ausgerichtet, steht aber auch für talentierte Individualsportler offen.

 

Damit der Verein den Pflichtschulabgängern neben einer sportlichen Perspektive auch eine berufliche Perspektive bieten kann, wurde das Angebot „Schule, Ausbildung und Sport an einem Ort“ durch die Kooperation mit der FH Joanneum Kapfenberg erweitert.

 

 

 KapfenbergerInnen bei Olympischen Spielen

 

Fußball
Klement STEINMETZ 1936 Berlin
Otto GOLLNHUBER 1952 Helsinki
Ernst KOLAR 1952 Helsinki
Leichtathletik
Grete JENNY-Bosnyak 1948 London
Schi / Langlauf
Josef DEUTSCHMANN 1948 St. Moritz
Schwimmen
Sigrid MÜLLER-Rottleuthner 1960 Rom
Gerhard WIELAND 1964 Tokyo
Helmut PODOLAN 1972 München
Rodeln
Albert GRAF 1980 Lake Placid
Eishockey
Werner KERTH 1988 Calgary + 1994 Lillehammer
Michael GÜNTNER 1994 Lillehammer
Christoph BRANDNER 2002 Salt Lake City
Schi / alpin
Elisabeth GÖRGL 2006 Turin
Stefan GÖRGL 2006 Turin

 



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